Integration persönlich

Zufällig sass ich am Mittwoch im Café, meine geliebte Kaffeepause – der Tagesanzeiger vor mir. Im Kopf Bilder und Sätze der letzten Tage und Monate:

 

·         am Anfang der Schulzeit: Rishi schubst und schlägt immer wieder. Ich frage mich, ob er sich wohl fühlt? Wo habe ich in der Erziehung versagt? Wie kann mithelfen, dass sich das Verhalten verändert?

 

·         die Bemerkung meines Mannes vor ein paar Tagen: „was ich mit Rishi noch vor einem Jahr machen konnte –Mathe, Schreiben- kann er nicht mehr

 

·         ich am Besuchstag: eine ruhige, disziplinierte, aufmerksame Klasse. Ich weiss, dass die Kinder die besonderen Kinder als anders und besonders akzeptieren. Auch ist mir bewusst, wieviel Arbeit und Mühe die Lehrperson in die Integration besonderer Kinder steckt. Rishi geht sehr gerne zur Schule. Der Ablauf des Morgens: 10 Min. Kreis. Rishi gelingt es nicht, viel zu seinem gemalten Bild zu sagen. Zurück an den Tisch. 45 Min. Sprache. 15 Min. Englisch auf Blättern. Rishi macht hier nicht, sondern schreibt weiter an seinem Blatt. Dann in den Kreis, er versteht es nicht. - Pause – Turnen. Die Lehrerinnen wechseln sich ab in der Begleitung der besonderen und nicht besonderen Kinder. Rishi macht begeistert und mit viel Spass mit.
Nachdenklich gehe ich nach Hause. Ein ruhiges, diszipliniertes Nebeneinander in den sogenannten Leistungsfächern. Schmerzlich vermisse ich warme Begegnungen und gemeinsame Lernsituationen, gerade auch in den Leistungsfächern. Situationen, in denen es allen beteiligten Kindern möglich ist, zu zeigen, was sie können und beide Seiten profitieren: indem der eine vielleicht erklärt, der andere dabei lernt und die „Leistung“ aller gewürdigt wird -

 

 „…folgert Projektleiterin Simona Altmeyer, es gelinge «weitgehend, Kinder mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen gut zu integrieren, aber nur teilweise, diese auch gut zu qualifizieren».“

 

«Allein mit etwas Weiterbildung der Lehrer ist es nicht ­getan. Damit die Integration gelingt, braucht es ein klares gesellschaftliches Bekenntnis sowie ausreichend personelle und fachliche Ressourcen.»

 

·         Ein Gespräch mit der Lehrerin kommt mir in den Sinn, die sagt: „im Vergleich mit dem letzten Jahr hat sich der Lernstoff verdoppelt, den wir vermitteln müssen. Es bleibt uns fast keine andere Wahl, als stark strukturiert und mit hoher Geschwindigkeit durch den Schulalltag zu führen. Es tut uns manchmal selber leid, dass wir die besonderen Kinder nicht stärker einbinden können -
- und ich erkenne, wie sehr wir alle durch einen schulischen Entwurf und ein schulisches System bestimmt und sind, wie schwer es ist, individuell auf das einzelne Kind einzugehen versus die Anforderungen einer Gruppe und den Ansprüchen des Lehrplanes.

 

 

 

Das gesellschaftliche Bekenntnis und die Integration in der Gesellschaft: in der Schule erleben die Kinder eine klare Trennung in Bezug auf die Leistungsfächer. Die Pausen dienen dem Spiel, dem Austausch untereinander, dem Verarbeiten von Themen, die sie beschäftigen. Es ist klar, dass dieser Freiraum sein muss innerhalb eines straff organisierten Ablaufs. Wenn Kinder jetzt im Schulzimmer erleben, dass bei Dingen, die als wichtig dargestellt werden, getrennt wird – wird es ihnen dann möglich sein, den Transfer in ihren Alltag zu machen und besondere Kinder miteinzubeziehen, wenn etwas ihnen wichtig ist? Und wie passiert Transfer in die Familie und von dort, Transfer in die Gesellschaft? Auch ich gehöre zu den Müttern, die in fast 6 Jahren Regelschule nur zweimal eine Geburtstagseinladung für Rishi erhalten habe. Eingeladen zum Spielen am Nachmittag wird er kaum, ausser ich selbst initiiere es. In den ersten Jahren der Integration in der Regelschule hoffte ich –wie so viele andere, denke ich-, es würden Begegnungen entstehen und dadurch Berührungsängste abgebaut – es ist nicht dazu gekommen, und ich frage mich, was sonst kann ich noch tun, ausser jede Möglichkeit zu ergreifen, mit Rishi an die Öffentlichkeit zu gehen?

 

«Die Schule hat den Auftrag, zu fördern, aber auch zu selektionieren. Die Selektion steht teilweise im Widerspruch zur integrativen Förderung. Was soll also höher gewichtet werden: Leistung oder Integration?»

 

·         Wenn die Schule kein Ort des gemeinsamen Lernens und der Entdeckung und Würdigung individueller Talente darstellt, sondern ein Ort, an dem Menschen alleine aufgrund ihrer Leistungen beurteilt und eingeteilt werden, sind einfache, menschliche Begegnung und die Freude und Akzeptanz über das So-Sein des Anderen sehr schwierig umzusetzen.

 

Rishi schubst und schlägt nur noch selten. In den letzten zwei Wochen ist er jedoch mehrere Male vom Pausenplatz über eine stark befahrene Strasse gerannt. Selbstständig möchte er sein und zeigen, was er kann, denke ich – und da er noch immer nicht klar spricht, ist Bewegung seine bevorzugte Sprache -

 

Was ist angesagt: Bestrafung? Bessere Erklärungen in Bezug auf die Grenzen des Pausenplatzes? Ein Schulwechsel?

 

Die Zitate stammen aus folgendem Artikel, ganz zu Lesen unter folgendem Link:

 

https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Integrationsklassen-fallen-bei-der-Lernkontrolle-ab/story/30050264

 

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Mit dem Esel dienen

Als ich das Interview zum Down-Kongress gab, kamen Mareike Fuisz und ich darauf zu sprechen, wie wir unseren Kindern gute Erfahrungen ermöglichen. Gerade gestern ist das Thema noch einmal in einer Unterhaltung aufgetaucht.

 

 

Taucht etwas Neues auf, stürzen sich die meisten Kinder darauf: sie wollen wissen, wie es funktioniert, wollen erkunden, verstehen und etwas erleben. Der Impuls, sich ein unbekanntes Gebiet zu erobern, zeigt sich ganz spontan.

 

 

Bei meinem Kind, und ich denke bei vielen anderen besonderen Kindern, ist dieser Impuls verzögert oder braucht Unterstützung und Begleitung.

 

 

Ich erleichtere Rishi das Lernen, wenn ich ihn im Vorfeld erst einmal gut vorbereite, z.Bsp. mit Bildern und sich wiederholenden Beschreibungen.

 

Ist dann der Moment der neuen Erfahrung da – das erste Mal im Wasser, das erste Mal auf dem Kletterturm oder, wie hier, das erste Mal auf einem Esel – glaube ich, ist es notwendig, bei meiner Entscheidung für die neue Aktivität zu bleiben und diese auch durchzusetzen.

 

 

Rishis erstes Impuls auf etwas Neues ist selten Freude, selten spontaner Erkundungsdrang, sondern meist Angst, Rückzug und Ablehnung. An mir ist es, die neue Erfahrung zu öffnen, indem ich mehr oder weniger sanft Druck ausübe und ihn zwinge, sich dem neuen zu stellen.

 

 

Diesem Moment auf dem Esel gingen ganz viel Weinen und laute „Nein“ Schreie voraus und es brauchte zwei starke Frauen, um ihn auf den Esel zu setzen. Nach zwei Minuten auf dem Esel schniefte er und begann zu singen. Als ich ihn fragte, ob es ihm gut gehe, meinte er: „Ich gross, Esel gut“.  Und Mama fielen Steine vom Herzen –

 

 

Meine Absicht ist es, ihm eine neue, ihm förderliche Erfahrung zu ermöglichen, die ihm Freude macht oder ihn zum Wachsen anregt. Dazu möchte ich Brücke und Schubs sein. Ich weiss, dass er hier auf mich angewiesen ist.  Der Weg dorthin kann von aussen gesehen manchmal hart und unsensibel aussehen. Das Ziel – seine Freude – zeigt mir dann am Ende jedoch, dass es sich gelohnt hat, hart zu bleiben.

 

 

Im Interview mit Mareike Fuisz habe ich bewusst das Wort „dienen“ verwendet. Bildlich gesehen für mich halte ich meine Hand hin, damit er seinen Fuss hineinsetzen und sich in eine neue Erfahrung hineinschwingen kann. Ich als seine Begleiterin stelle mich mit meinem Wissen und meinem Wesen dazu zur Verfügung, gebe aus mir heraus das Beste, damit das Neue gut gelingt und daraus Wachstum ersteht. Vielleicht fällt es mir persönlich schwer, vielleicht hätte ich es gerne schneller, leichter, anders – deswegen mag ich das Wort „dienen“ – in Liebe als ich Indivdium zurückzustehen und ganz und vollumfänglich für die Entwicklung des anderen Menschen dazusein –

 

 

Wir waren später noch ein paar Tage auf dem Jakobsweg mit dem Esel unterwegs. Auch dort gab es immer wieder Stolpersteine, aber auch immer wieder Rishis Frage: „wann gehen wir wieder mit dem Esel?“

 

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Mention Particulière

Ein Film mit Marie Dal Zotto, Bruno Salomone, Hélène de Fougerolles

 

 

Laura bereitet sich mit ihrem Vater seit 2 Jahren auf die Matur vor.  Daneben steht alles zurück: das Heranwachsen un die Schwierigkeiten der  jüngeren Schwester ,der Austausch in der Beziehung.

 

Wir sehen sie, wie sie übt, kämpft, den Mut verliert und doch weitermacht. Nicht nur die Bewältigung der Prüfungen ist für sie schwierig, harzig gestalten sich auch die Beziehungen zu den anderen Jugendlichen, obwohl es für Laura nicht Schöneres geben würde, als einfach dazuzugehören.

 

 

 

Der Film zeigt, dass Menschen mit Trisomie 21 weit kommen können, weiter als viele unter uns annehmen, wenn sie richtig gefordert und gefördert werden.

 

Er zeigt, dass es kein einfacher Weg ist, sondern sich Schritt um Schritt immer wieder erkämpft werden muss.

 

Er stellt wichtige Fragen: lohnt es sich zu hoffen, dass einem Menschen mit Trisomie 21 die Türen sozial und beruflich wirklich offen stehen ? Sind sie selbst für zu so viel Leistung fähig ? Ist die Gesellschaft wirklich bereit, sie rückhaltslos zu integrieren ? Wie hochdarf der Aufwand sein an Zeit und Energie, um dieses Ziel von Gleichheit zu erreichen?

 

 

 

Der Film will Menschen mit Trisomie 21 anderen näher bringen, will zeigen, wozu sie fähig sind, will Mut machen, für seine Träume einzustehen und auch zu kämpfen.

 

 

 

Mich hat der Film sehr nachdenklich zurückgelassen. So sehr ich seine Absicht und Botschaft verstehe und auch unterstütze, ich frage mich doch, ob Laura auch Freunde finden würde, wenn es ihr nicht möglich wäre, sich zur Maturprüfung zu präsentieren, ob sie mit offenen Armen aufgenommen würde, wenn sie weniger gut sprechen könnte, weniger selbstständig wäre.

 

Müssen Menschen mit Trisomie 21 leisten wie andere, damit sie in der Gesellschaft willkommen sind ? Oder schätzt man sie auch, wenn sie gesellschaftlichen Normen weniger entsprechen?

 

 

Nicht beweisen müssen, wie gut ich bin, sondern einfach akzeptiert werden als die Person, die ich bin, mit Wünschen, Talenten, aber auch Grenzen und Imperfektionen – wünschen wir uns das nicht alle?

 

 

 

Links:

 

https://www.tf1.fr/tf1/mention-particuliere/videos/mention-particuliere-partie-1.html

http://www.lci.fr/cinema/mention-particuliere-marie-dal-zotto-laura-heroine-trisomique-du-telefilm-veut-faire-carriere-dans-le-cinema-2069394.html

 

 

 

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Unterwegs zu mehr Talent

Um Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen ganzheitlich zu unterstützen, braucht es enorme Feinfühligkeit und Wissen. Was hilft wirklich?

 

 

 

Mehr als fertige Antworten niederzuschreiben, möchte ich meine Fragen teilen und gemeinsam nach praktikablen Antworten suchen

 

In Gesprächen mit anderen höre ich als Mutter eines Kindes mit einer Beeinträchtigung oft: „ich weiss nicht, ob ich die richtige Umgangsart und den richtigen Umgangston finde, ich bin unsicher, deswegen lasse ich den Kontakt mit Menschen mit Beeinträchtigungen lieber bleiben. Ausgebildetes Fachpersonal kann das besser.“

 

Darauf hin frage ich mich oft: „Welches spezielle Fachwissen ist es wohl, das Förderung und Kontakt möglich macht? Liegt nicht schon in einer offenherzigen Begegnung viel Potential zu Entwicklung?“

 

In der Vorbereitung auf den heutigen Vortrag habe ich die Bedeutung von „fördern“ nachgeschaut:

 

„zu fördern“ bedeutet „nach vorne bringen“.

 

Ich verstehe darunter eine Bewegung nach vorne: in die Zukunft, in eine Zukunft, in der der andere über mehr Gestaltungsmöglichkeiten verfügt und mehr Lebensfreude verspürt. Sein Morgen soll besser sein als das heute, weil etwas Neues dazugekommen ist. Es heisst jedoch nicht, dass sein momentanes Sein falsch ist und verbessert werden müsste. So, wie der andere jetzt ist, ist er/sie richtig. Von dort aus schauen wir gemeinsam, welche Schritte nach vorne möglich und nützlich sind.

 

 

 

Wie gehen hier am besten vor? Was könnten die besten Werkzeuge sein?

 

Ein guter Ausgangspunkt scheint mir, uns zu überlegen, welche Faktoren unsere Entwicklung günstig beeinflussen können.

 

Ich spreche bewusst von „wir“, das heisst ein „wir“ welches Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gleichsetzt. Ich gehe davon aus, dass die grundlegenden Bedürfnisse und die frühe Entwicklung bei beiden sehr ähnlich, wenn nicht gleich verlaufen. Ebenso bin ich fest davon überzeugt, dass die prinzipielle Entwicklungs- und Lernfähigkeit für uns alle gilt, ohne und mit Beeinträchtigung, und dies wiederum auch unabhängig von der Art oder Schwere der Behinderung. Auch das Alter ist nicht relevant: Lern- und Entwicklungsprozesse können in jedem Alter stattfinden.

 

 

 

Zurück zu unserer Frage: um einen guten Entwicklungsweg einschlagen zu können, müssen wir erst wissen, worauf wir Menschen nicht verzichten können, damit wir wachsen und gedeihen.

 

 

 

 

 

*Grundvertrauen

 

 

 

Wir müssen wissen, dass wir willkommen sind. Ja, ich bin willkommen. Ohne ein bedingungsloses „Ja“ zu mir als Person kann ich nur ganz schwer überleben. Dieses Ja muss uns bedingungslos geschenkt werden. Niemand will es sich verdienen müssen. Und wir alle wollen uns ohne Wenn und Aber jederzeit und unter allen Umständen darauf verlassen können.

 

 

 

Da werden Hände sein,
die Dich tragen und Arme,
in denen Du sicher bist
und Menschen,
die Dir ohne Fragen zeigen,
dass Du willkommen bist.

 

 

 

Bei einer Beeinträchtigung kann dieses „Ja“ unter Umständen erschwert sein. Widersprüchliche, weil fast entgegengesetzte Gefühle können sich bekämpfen: die Überraschung über die neue Situation, die Überforderung, die Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft, bei physischen Komplikationen auch die Angst um das Leben, die Unsicherheit, ob Freude über ein besonderes Kind überhaupt angesagt ist.

 

Ich glaube, hier kommt uns als Freundin, Bekannte oder Angehörige einer Familie mit einem Menschen mit Beeinträchtigung – und natürlich auch als Therapeuten eine wichtige Rolle zu. Einerseits sind wir aufgerufen, diesen sehr kurvigen Prozess zur bedingungslosen Akzeptanz einfühlsam zu begleiten, die Trauer wahrzunehmen und doch vielleicht daneben auch Gründe zur Freude aufzuzeigen. Andererseits sind wir selbst eingeladen, eigene Begrenzungen und Ängste vor in dieser überraschenden Situation zu überwinden und selbst zu diesem rückhaltlosen Ja zu gelangen.

 

 

 

Fredi Saal, ein seit Geburt schwer körperbehinderter Autor, hat es sinngemäß in etwa so formuliert: Wer mich lieber ohne Behinderung haben will, will mich in Wahrheit gar nicht haben, denn ich existiere nur in dieser einen Weise, mit Behinderung.

 

 

 

 

 

*Ueberleben

 

Materielle Grundversorgung ist eine unverzichtbare Basis für Entwicklung. Ich bin und werde gut versorgt: angemessene Ernährung, ausreichend Schlaf, Kälte und Wärme regulierende Kleidung, stabile Wohnverhältnisse, ein sicherer Rückzugsplatz, menschliche Zuwendung und eventuell sogar ein Minimum an intellektueller und/oder spielerischer Anregung.

 

Ich denke, es ist unnötig, diesen Punkt gross auszuführen. Es gibt zur Zeit genügend Situationen in der Welt, die uns eindrücklich und schmerzlich vor Augen führen, wie leidvoll das Fehlen dieser materiellen Grundversorgung ist.

 

Im Zusammensein mit einem non-verbalen Menschen ist es wichtig nachzuprüfen, ob sein Wohlbefinden in Bezug auf Kälte/Wärme, Durst, Hunger, Sicherheit erfüllt ist. Erst dann können weiterführende Angebote gemacht werden.

 

 

 

 

 

*Wahrnehmung

 

Unsere Umgebung nehmen wir primär über unsere Sinne wahr. Wir erkunden sie mit unserem Hören, Sehen, mit unserem Tasten, in unseren Bewegungen. Unser Hirn, trainiert seit unserer Geburt, verknüpft diese vielen Informationen und vermittelt uns ein Bild unserer Wirklichkeit. Denken wir zum Beispiel ans Fahrrad-Fahren: um ein Fahrrad fahren zu können, benötigen wir Balance – d.h. unser Sehren, unser Hören, unseren Gleichgewichtssinn, unsere Bewegung, unseren Tastsinn für den Lenker….ein vielfältiges Zusammenspiel all unserer Sinne, um uns am Ende sicher auf diesen zwei Rädern zu bewegen.

 

Ohne zu zweifeln verlassen wir uns auf die Informationen unserer Sinne: sie bestimmen das Bild unserer Wirklichkeit. Sie erlauben uns, angemessen darauf zu reagieren und Ziele zu erreichen.

 

 

 

Darüber hinaus geniessen wir die Welt mit unseren Sinnen: die Schönheit eines Gartens mit seinen Gerüchen, den rauschenden Blätter, der Wärme des Lichtes und der Geschmack der Früchte, die Erfrischung des Regens, die Wärme der Sonne.

 

 

 

Bei Menschen mit Beeinträchtigung kommt der Sinneswahrnehmung eine grosse Bedeutung zu. Sie kann aufgrund der Beeinträchtigung verzerrt, verlangsamt oder isoliert sein. Dies bedeutet, dass die Sinne nicht zusammenspielen, nicht miteinander verknüpft sind. So kann kein abgerundetes Bild der umgebenden Wirklichkeit erstellt werden, ja diese kann unverständlich oder sogar bedrohlich erscheinen. Die Möglichkeit, diese zu verstehen, darauf zu reagieren und etwas in ihr zu bewirken deutlich eingeschränkt. Autismus zum Beispiel wird von Karin Schumacher, Musiktherapeutin, entwicklungspsychologisch als ein Fehlen von Sinnesintegration verstanden. In der Therapie wird dann anfänglich stark auf die Sinnesverknüpfung hingearbeitet. Erst die Integration und das Zusammenwirken der körperlichen Sinne gibt die Basis für Aufmerksamkeit, Konzentration und, ein einem zweiten Schritt, für Kommunikation und Austausch.

 

 

 

Es ist unsere Pflicht als Begleitende, uns damit auseinanderzusetzen und zu verstehen, wie der andere spürt, fühlt, hört, wahrnimmt. Wir müssen einen Schritt in eine uns manchmal fremde Sinneswelt tun, müssen Brücken schlagen zwischen seiner und einer ausbalancierten Wahrnehmung. Erst wenn wir verstanden haben, wie unser Gegenüber seine Umgebung empfindet, können wir anfangen, behutsam diese Wahrnehmung auszuweiten. Ziel ist ein Ineinandergreifen der Sinne als Basis einer besseren Körperwahrnehmung. Von dort aus sind weitere Schritte in Richtung grösserer Konzentration und Aufmerksamkeit und Austausch mit anderen möglich.

 

 

 

 

 

*Selbstwirksamkeit

 

`ich will – ich kann – ich bewirke`

 

Nachdem in den ersten Monaten die Schreie als Baby eher Unbehagen ausdrücken, lernen wir mit der Zeit, dass sie auch eine Reaktion und Antwort hervorrufen können. Im Austausch, im Spiel und hoffentlich später in der Schule erleben wir uns immer als kompetenter. Wir können unsere Absichten in Aktionen umsetzen und diese führen uns zum gewünschten Ziel. Zusammenhänge und zeitliche Abläufe werden uns immer klarer und wir versuchen, bewusst darauf Einfluss zu nehmen und sie mitzugestalten. Fehlt dieses essentielle Erleben von `sich-einbringen-können`, können sich störendes Verhalten, Resignation oder Stereotypien aufbauen und festsetzen.

 

Ich bin überzeugt und erlebe dies auch immer wieder bei mir in der Praxis, dass wir Menschen, alle Menschen, zutiefst kreative Wesen sind. Wir wollen teilhaben, mitgestalten und unsere Schaffenskraft erproben. Wir verkümmern, wenn unsere Aktionen erfolglos und ungehört verhallen.

 

Ein Mensch mit einer Beeinträchtigung braucht wahrscheinlich mehr Unterstützung, damit er diese Selbstwirksamkeit erfahren kann: Hilfen, um Abläufe zu verstehen. Eine Hand, die stützt, damit ein Ton auf dem Instrument erklingt, damit der Pinsel und der Farbstiff malen. Stufen, um auf ein Pferd zu gelangen. Ein kleiner Stups, um ins Wasser zu gelangen. Es wird Zeiten geben, in denen heftige und aufwendige Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, um den anderen zu Aktionen zu bewegen. Manchmal ist erst hinter anfänglichen Widerständen, dass sich das Erleben von neuen Erfahrungen entfalten kann. Ist dieser erste Schritt zur Selbstwirksamkeit für den anderen schwierig, ist es unsere Pflicht hier steuernd und erleichternd einzugreifen.

 

 

 

 

 

*Bindung und Austausch

 

„Nichts kann einen Menschen mehr stärken als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.“

 

Paul Claudel

 

 

 

Daran stirbt man:

 

Niemals reden zu können

 

In der Betonung,

 

die dem Tiefsten eigen,

 

nie im Hauche Du

 

zum andern gehen können,

 

nie den Hörer haben,

 

der mit lügenloser Geste

 

warm, angerührt und einfach

 

Antwort gibt 

 

Maria Merz

 

 

 

 

 

Erhalten wir keine Resonanz, kein Echo auf unser Sein, auf unsere Ausdruck, unser Wesen, verarmen wir völlig und können auch selbst unsere Fähigkeit, Antwort zu geben auf die Welt, nicht ausbilden. Zurückgestossen, ungehört vereinsamen wir, und, so bin ich überzeugt, sterben wir innerlich.

 

Der Mensch, jeder Mensch, ist ein dialogisches Wesen. Wir erwachen, konstruieren und erleben uns hingewandt auf einen Anderen, sei dies ein Mitmensch, oder in letzter Konsequenz, das Göttliche.

 

„Der Mensch wird am Du zum ich“, sagt Martin Buber.

 

 

 

Es gibt genügend Forschungen, die beweisen, wie unverzichtbar das Erleben enger Verbundenheit mit einem anderen für uns Menschen ist. Von kleinst auf strukturiert uns die Begegnung mit unseren Nächsten und erlaubt uns zu werden, wer wir sind. Beziehung steckt den Rahmen für Wachstum und nährt Resilienz, eines der wichtigsten Werkzeuge ein gelingendes Leben.

 

 

 

Was immer für Pläne, Gedanken oder Absichten in der Förderung eines Menschen mit Beeinträchtigung einfliessen: die Voraussetzung für ihr Gelingen liegt in einem ehrlichen, rückhaltlosen und autenthischen Beziehungsangebot. Es treffen sich nicht „die Fachperson und der beeinträchtigte Mensch“. Nein, es treffen sich zwei Menschen, die sich beide in diese Begegnung einlassen, mitbeteiligt sind und diese Begegnung gestalten. Sie empfinden beide Freude am Zusammensein mit dem anderen oder Trauer über Misslungenes oder Zurückweisung. Fachliches Wissen, (natürlich auch in Bezug auf Nähe-Distanz, Übertragung-Gegenübertragung) steht im Dienste der menschlichen Begegnung. Selbstverständlich ist fachliche Kompetenz ein Kernelement in der Beziehung und im Hintergrund immer wirksam. Funktionell Gutes zu tun ohne Hinwendung zum Du kann jedoch meines Erachtens nur beschränkt gelingen.

 

 

 

Vor dem Hintergrund einer wertschätzenden Beziehung sind wir dann frei, unser Werkzeuge einzusetzen.

 

Sicherlich gibt es ein paar grundsätzliche „dos and donts“ in der Förderung mit Menschen mit Beeinträchtigung:

 

 

 

·         es ist meine Aufgabe, mich in die Welt des Gegenübers zu versetzen und mein Angebot seiner Wahrnehmung anzupassen

 

·         ich setzte strukturierte, visuell abgestützte und sinnlich und in der Handlung erfahrbare Methoden ein

 

·         regelmässiges Einüben und Wiederholungen sind wichtig

 

·         der Prozess soll sich an den Stärken und nicht an den Defiziten orientieren

 

·         Druck, Stress- und Angst erzeugende Lernbedingungen müssen vermieden werden

 

·         Lob wird sparsam eingesetzt, jedoch spiegle und verbalisiere ich meine Wahrnehmungen, melde zurück, was ich gesehen und erlebt habe

 

·         ab und zu braucht es eine Pause in den Fördermassnahmen für ganz einfaches, ungestörtes Zusammensein „the coffee drinking behaviour“

 

 

 

Ganz wichtig scheint mir, nicht zu vergessen, dass die Förderung in der Beziehung mit einem Menschen mit Beeinträchtigung sich NICHT an die Beeinträchtigung richtet, sondern an den Menschen. Nicht das Symptom, sondern der Mensch steht im Zentrum. Es geht nicht darum, etwas gerade zu biegen oder auszumerzen, sondern darum, gemeinsam den Weg zu mehr Lebensqualität und Lebensfreude zu gehen. Martin Buber fasst dies unglaublich treffend in einem einzigen Wort zusammen: wir müssen die Veränderung „herauslieben“.

 

Im Hebräischen ist das Wort Lieben synonym mit „Erkennen“, d.h. Liebe bedeutet, den anderen in seinem innersten Wesen und „So-Sein“ zu erfassen. Gewiss heisst dies im Kontakt mit einem Menschen mit Beeinträchtigung zwar im Bewusstsein der Beeinträchtigung, aber über die Beeinträchtigung hinaus bis mitten in die Seele des anderen.

 

 

 

Mein Lieblingspruch aus der Bibel (Korintherbrief) lehrt: „Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnisse und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzte, und hätte ich die Liebe nicht, so wäre ich nichts.“ Im Zusammensein mit einem besonderen Menschen erhalten diese Worte für mich eine sehr eindrückliche Tragweite. Es ist nicht mein angelerntes Wissen, dass den Weg zu Wachstum am Ende öffnet, sondern mein es ist meine Offenheit dem anderen gegenüber. Mein liebender Blick auf den anderen ermächtigt uns, den anderen stark, gross, voll zu sehen, grösser und „heiler“ als dieser sich vielleicht selbst erfährt.

 

 

 

 

 

Zum Abschluss frage ich mich, ob dies nicht der unverzichtbare Beitrag von besonderen Menschen in unserer Gesellschaft ist: uns einzuladen, über unsere Grenzen hinaus zu lieben -

 

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Abtreibung und Fähigkeiten

Abtreibung und Fähigkeiten

 

 

„Dieses Thema ist mir wichtig“, wendet sich Nathalie Dedreux an Angela Merkel. „ich will nicht abgetrieben werden.“

 

Der Auftritt zeigt wieder einmal auf: "Es steckt so viel an Fähigkeiten und Möglichkeiten in jedem Menschen", (A.M.) - Unerwartetes, Überraschendes, Wertvolles. 

 

Der politische Wille, Menschen mit einer Beeinträchtigung zu inkludieren, ist unabdingbar.

 

Mein persönlicher Traum jedoch sprengt die Grenzen politischer Aussagen. Wie schön wäre es, wenn aus Programm gelebtes Leben entstünde!

 

Ich träume von einer offenherzigen Welt, in der wir uns - Menschen mit, Menschen ohne Beeinträchtigung- unkompliziert und neugierig begegnen. Für eine Tasse Kaffee, auf einem Ausflug, in einem künstlerischen Projekt, einer Wohn- und Arbeitsgemeinschaft. Eine Welt, in der wir miteinander Zeit und Leben gestalten, im häufigen Zusammensein voneinander lernen und uns gegenseitig bereichern.

 

Eine Welt, die unseren wahren Fähigkeiten als Mensch entspricht.

 

 

 

Das Video unter: https://vimeo.com/233366651


 

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a new day

Das Licht ergiesst sich in die Strasse, die Nacht hat dem Tag Platz gemacht.

Jeden Morgen beginnen treten Menschen aus ihrer Türe und beginnen einen neuen Tag:

die Schule wartet, Einkäufe mussen getätigt und Aufgaben erledigt werden.

Mit Hoffnung, mit Energie, mit Angst, mit Unlust, mit Freude - der neue Tag will gestaltet und gelebt werden.

 

Wahrscheinlich zum gleichen Moment, in vielen Teilen dieser Welt, mit dem "Klack" der Tür und dem dumpfen "Bum" des ersten Schrittes beginnt ein neues kleines Stück leben.

 

Ist es wichtig, wo in dieser Welt diese Türe aufgeht? In Europa, Asien, Arabien, Amerika -

wir sind tief miteinander verbunden in dieser Vorwärtsbewegung und hoffen, dass die kommenden Stunden uns Gutes bringen.

 

So viele verschiedene Geschichten, Lebensumstände - und doch tief im Innern so ähnlich.

 

 

Light pours into the streets and the night has given space to a new day.

Every morning, humans open their doors and start a new day: school is waiting, shopping has to be done, projects need to be finished.

With hope, energy, fear, boredom or with joy - the new day demands to be lived and created.

 

Probably at the same moment, in so many parts of this world, with a "clack" of the door and a the dull "bum" of the first step, we start to live a new piece of our lives.

 

Is it important, where in this world the door opens? Whether it is in Europe, Asia, in the arabian countries or America - we are all intimately connected in this movement forward and hope that the coming hours will see positive events.

 

Different stories, different conditions - yet deeply alike.

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Ein besonderes Entwicklungsprofil

 

Kinder mit T21 profitieren von Lehrmethoden, die auf  ihre Stärken und Schwächen ausgerichtet sind.

 

·         Die motorischen Verzögerungen erschweren das Zeichnen und Schreiben

 

·         Schwierigkeiten im sprachlichen Ausdruck führen oft dazu, dass ihr Sprachverständnis unterschätzt wird.

 

·         Das Hörverständnis und die Kapazität im Kurzzeitgedächtnis machen Lernen durch reines Zuhören schwierig

 

·         Ihre soziale Stärke und Freude am Kontakt unterstützen sie dabei, in Interaktionen mit Gleichaltrigen  und Erwachsenen zu lernen

 

·         Ihre Stärke in der visuellen Verarbeitung macht sie zu visuellen Lernenden, lernen, indem sie etwas sehen gelingt meist sehr gut.

 

 

Kommunikation und Sprache

 

·         Kommunikation zeigt sich in verschiedenen Kanälen: Wörter und Gebärden

 

·         Sie entwickelt sich in Stufen:

 

·         über die nicht-intentionale Kommunikation (Ich, Zeichen des Wohlbefindens und der Abwehr)

 

à intentionale Kommunikation (Ich und du)

 

à Intentionale Kommunikation (Ich, du und die Dinge)

 

à zur symbolischen Kommunikation (Ich, du, die Dinge und ein Symbol)

 

à bis hin zur Explosion des Vokabulars

 

 

 

·         Ich: klare Abläufe, Handlungen durch Zeichen ankündigen, z.Bsp. ein Klang- oder Berührungszeichen, sensorische Erfahrungen anbieten, basale Kommunikation

 

·         Ich und du: klare Abläufe; Handlungen durch Zeichen ankündigen, 2 Dinge zur Auswahl anbieten, Singspiele, Turn-Taking

 

·         Ich, du und die Dinge: Handlungsabläufe durch Zeichen, Fotokarten oder Gegenstände unterstützen, mehrere Gegenstände anbieten, Vokabular für einfache Abläufe und Handlungen oder erste Gebärden

 

·         Ich, du, die Dinge und ein Symbol: Handlungen durch Fotokarten ankündigen, vorhandener Wortschatz dokumentieren, Fotoalben, Erlebnisbücher, Fotokarten herstellen, bei Gebärden individuelle Gebärden dokumentieren, viele Gebärden für Alltagsgeschehen

 

·         Explosion des Vokabulars: Wortschatz dokumentieren, Vokabular anbieten für Gesprächsführung, Tagebücher herstellen, Grundbedürfnisse, Beschreibungen, visuelle Strukturierungshilfen oder Miniaturobjekte, umfassenden Gebärdenwortschatz anbieten und dokumentieren

 

·         Sprache erzählt etwas von mir, das der andere nicht weiss und macht  Absicht und Individualität sichtbar. Wichtige Elemente für den Spracherwerb: Beziehung. Selbstwirksamkeit fördern. Interesse an den Handlungen des Kindes und was es damit erzählen will. Bedeutung geben. Mit dem symbolischen Spiel kann der Spracherwerb nachhaltig unterstützt werden.

 

Kommunikation und Sprache

 

-          Kommunikation zeigt sich in verschiedenen Kanälen: Wörter und Gebärden

-          Sie entwickelt sich in Stufen:

-          über die nicht-intentionale Kommunikation (Ich, Zeichen des Wohlbefindens und der Abwehr)

à intentionale Kommunikation (Ich und du)

à Intentionale Kommunikation (Ich, du und die Dinge)

à zur symbolischen Kommunikation (Ich, du, die Dinge und ein Symbol

à bis hin zur Explosion des Vokabulars

-          Ich: klare Abläufe, Handlungen durch Zeichen ankündigen, z.Bsp. ein Klang- oder Berührungszeichen, sensorische Erfahrungen anbieten, basale Kommunikation

-          Ich und du: klare Abläufe; Handlungen durch Zeichen ankündigen, 2 Dinge zur Auswahl anbieten, Singspiele, Turn-Taking

-          Ich, du und die Dinge: Handlungsabläufe durch Zeichen, Fotokarten oder Gegenstände unterstützen, mehrere Gegenstände anbieten, Vokabular für einfache Abläufe und Handlungen oder erste Gebärden

-          Ich, du, die Dinge und ein Symbol: Handlungen durch Fotokarten ankündigen, vorhandener Wortschatz dokumentieren, Fotoalben, Erlebnisbücher, Fotokarten herstellen, bei Gebärden individuelle Gebärden dokumentieren, viele Gebärden für Alltagsgeschehen

-          Explosion des Vokabulars: Wortschatz dokumentieren, Vokabular anbieten für Gesprächsführung, Tagebücher herstellen, Grundbedürfnisse, Beschreibungen, visuelle Strukturierungshilfen oder Miniaturobjekte, umfassenden Gebärdenwortschatz anbieten und dokumentieren

-          Sprache erzählt etwas von mir, das der andere nicht weiss und macht  Absicht und Individualität sichtbar. Wichtige Elemente für den Spracherwerb: Beziehung. Selbstwirksamkeit fördern. Interesse an den Handlungen des Kindes und was es damit erzählen will. Bedeutung geben. Mit dem symbolischen Spiel kann der Spracherwerb nachhaltig unterstützt werden


 

Aktivitäten für das Lese- und Textverständnis

 

-          Geschichten vereinfacht wiedergeben

-          Die vereinfachte Geschichte mit Verständnisfragen und – antworten kominieren

-          Multiple choice Antworten vorschlagen, bis das Kind das geschriebene Wort nicht mehr benötigt

-          Die Verbindungen zwischen den Sätzen erläutern und diskutieren

-          Einfache Fragen zum Verständnis eines Textes formulieren, um so das Textverständnis zu verankern

-          Kurze Abschnitte mehrmals lesen, bevor dazu Fragen gestellt werden oder nach der Frage den Abschnitt erneut lesen

-          Die Antworten des Schülers aufnehmen, sie abhören und mit dem Text zusammen diskutieren

-          Fragen als Gedächtnisstütze aufschreiben, während der Schüler die Antwort im Text sucht

-          Stichwörter notieren

-          Text in Bildern darstellen

 

 Mathematische Fähigkeiten

 

-          Zahlen zu lernen ist schwieriger für Menschen mit T21, es braucht Zeit

-          Zahlwörter sprechen lernen

-          Wörter mit der Zahl verbinden

-          Bei einer Zahlenreihe: verstehen, dass das letzte Wort die Antwort auf die Frage „wieviel?“ ist

-          Kann die richtige Anzahl Dinge geben, wenn dazu aufgefordert

-          In der Zahlenreihe ist die nächst grössere Zahl immer 1 mehr

-          Ein Set von z.Bsp. 9 bleibt immer 9

-          Zahlenraum 1-5 mit Addition und Subtraktion gut beherrschen, erleichtert Subtraktion und Addition in höheren Zahlen

-          erst wenn die Basis gut gesichert ist, können höhere Zahlenräumeangegangen werden

-          Visuell abstützten

 -          Brettspiele spielen

 

 

Das Arbeitsgedächtnis stärken

 

-          Wichtige Informationen herausfiltern

-          Abläufe / Stundenpläne / Telelefonnummern, Adressen visuell gut darstellen

-          Immer komplexere Aufträge erteilen, von einfachen zu Aufträgen in mehreren Schritten

-          Für überraschende Situationen eine schnelle Zeichnung

-          Gedächtnistraining – Spiele

-          Körperliches Abspeichern von Informationen  

-          Informationen mit Bewegung und Rhythmus verbinden

 

Das Arbeitsgedächtnis ist Teil des Kurzzeitgedächtnisses.

 

Lernen fördern

 

-          Viele Erfolgsmöglichkeiten schaffen

-          Kürzere Lernsequenzen, die mit einem Erfolgserlebnis enden

-          Mehr Zeit für Wiederholung und Verstärkung

-          Neue Informationen multisensorisch anbieten

-          Immer wieder schon Gelerntes überprüfen

-          So oft wie möglich „Fehlerfreies Lernen“: Lernen so ausrichten, dass so wenig wie möglich Fehlerpassieren können

-          So oft wie möglich positive Rückmeldungen, jedoch nicht, während der Schüler noch aktiv mit etwas beschäftigt ist

-          Arbeit in Gruppen

-          Eigene Motivation überprüfen

-          Auf gute Lernatmosphäre achten

-          Für das Kind Wesentliches herausfiltern und Lernmaterial damit verbinden

-          Aufgaben in die nächst höheren Entwicklungsstufe legen

 

 

Quellen:

Down Syndrome Delaware, Internet

 

Down Syndrome Education International, privat

 

Auszug aus: Kommunikation einschätzen und unterstützen, Konzeption Irene Leber, Poster des Loeper Literaturverlages 

Zollinger, B.: Entwicklungspsychologische Grundlagen der Sprachtherapie, zu erscheinen in: Grohnfeldt, M. (Hrsg.) (2016), Kompendium der akademischen Sprachtherapie und Logopädie. Band 2: Grundlagen. Kohlhammer 2017

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Wir können nichts als lernen

Wir können nichts als lernen

 

 

 

Vorab: wenn ich in diesem Artikel von „Lernen“ spreche, denke ich dabei explizit an jede Form von Lernen. Für das eine Kind bedeuten ein Wort, ein Schritt, eine Handbewegung, oder länger zuhören zu können ein grosser Lernfortschritt, für andere umfasst Lernen Bücher lesen, ein Pferd besteigen, eine Rechnung zu lösen oder ein Musikinstrument spielen. Jede Art von Weiterentwicklung bedeutet Lernen und es soll in keiner Weise in „besser“ oder „schlechter“ unterteilt werden.

 

Ich möchte nachfolgend einige Faktoren und Abläufe aufzeigen, die mir für das Lernen wichtig erscheinen und die weitgehend sowohl für neurotypische als auch für Menschen mit Trisomie 21 gelten.

 

 

 

Das Gehirn

 

Das menschliche Gehirn wiegt etwa 1200 bis 1600 Gramm und verfügt über etwa 100 000 000 000 Nervenzellen. Dabei setzt sich das Gehirn aus mehreren Hauptbereichen zusammen.

 

Das obere Gehirn

 

Der obere Teil, der Stirnlappen, ist an der emotionalen und sozialen Intelligenz beteiligt. Er besteht aus drei Teilen (dorsolateral-präfontaler Cortex, ventromedialer Cortex, orbitofronaler Cortex) und seine Funktionen umfassen Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit, Konzentration, Planung, Stressmanagment.

 

Das untere Gehirn

 

Der untere Teil des Gehirns umfasst die genetisch verankerten Emotionssysteme mit den Alarmsystemen –Wut, Angst, Trauer – und dem prosozialen Systemen –Fürsorge, Entdecker- und Spieltrieb. Im unteren Teil befinden sich die Amygdala, der Hippocampus, der Hirnstamm und das Mittelhirn und das Kleinhirn, der Cyrus cinguli und der Nucleus caudatus.

 

Jeder dieser Bereiche ist für bestimmte Aufgaben zuständig und regelt unterschiedliche Abläufe im Körper, beispielsweise die Atmung und den Herzschlag oder Emotionen wie Freude und Angst. Dabei besteht jeder Bereich aus Millionen von Nervenzellen und durch Nervenstränge und Synapsen werden Informationen als elektrische Impulse und chemische Botenstoffe weitergeleitet, entschlüsselt, verarbeitet und gespeichert.

 

 

 

 

 

Was passiert nun im Hirn, wenn wir lernen?

 

Äusserliche Reize lösen über die Sinneszellen die Aktivierung der Synapsen aus. Synapsen sind die Kontaktstellen zwischen Nervenzellen und anderen Zellen wie Sinnes-, Muskel- oder Drüsenzellen oder auch zwischen Nervenzellen untereinander. Über diese wird nun die Information von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergegeben. Je mehr Synapsen und Nervenzellen aktiviert sind, desto tiefer wird die Information im Gehirn verankert. So speichert das Gehirn zwischen 80 und 90 Prozent der Wahrnehmungen, die gleichzeitig durch Hören, Sehen und Erleben aufgenommen werden, von Beginn an. Wer etwas hört, vergisst es – wer etwas sieht und hört, erinnert sich – wer etwas tut, begreift es! 

 

Im Grunde kann das Gehirn mit einer Straßenkarte vergleichen werden. Durch das Lernen und durch unterschiedlichste Erfahrungen im Laufe des Lebens entstehen Straßen im Gehirn und je öfter diese Straßen benutzt werden, desto besser sind sie ausgebaut.

 

Erhält das Gehirn nun neue Informationen in Form von Lernstoff, legt es neue Straßen an, wobei die Straßen umso stabiler werden, je mehr Informationen vorhanden sind. Damit die Straßen schnell zum gewünschten Ziel führen, müssen die Informationen also nicht nur ausreichend vorhanden sein, sondern die Straßen auch regelmäßig genutzt werden. Übertragen auf das Lernen bedeutet das, dass der Lernstoff immer wieder wiederholt werden sollte, weil sich die Informationen so einprägen und schneller abgerufen werden können.

 

Das Speichern von Informationen erfolgt prinzipiell in einem vom drei Gedächtnisfiltern, dem Ultrakurzzeitgedächtnis, dem Kurzzeitgedächtnis oder dem Langzeitgedächtnis. Informationen im Ultrakurzzeitgedächtnis bleiben für etwa 20 Sekunden gespeichert und werden als elektrische Impulse weitergegeben. Sie gelangen ins Kurzzeitgedächtnis, wenn sie nicht mit bereits vorhandenen Informationen in Verbindung gebracht werden, wenn sie interessant erscheinen und wenn die Aufnahme nicht durch beispielsweise Lärm gestört wurde.

 

Im Kurzzeitgedächtnis werden die Impulse in Eiweißmoleküle umgewandelt und bleiben für etwa 20 Minuten gespeichert. Die Arbeitsweise des Kurzzeitgedächtnis unterscheiden sich bei Menschen mit Trisomie 21 und neurotypischen Personen. Bei Menschen mit Trisomie 21 fasst das Kurzzeitgedächtnis weniger Elemente auf. Damit die Informationen ins Langzeitgedächtnis gelangen, müssen sie wiederholt werden. Im Langzeitgedächtnis hinterlassen die Informationen feste Spuren, bauen also das Straßennetz aus und bleiben lebenslang gespeichert. Das Langzeitgedächtnis registriert nur persönlich Wichtiges. Damit diese Speicherung wirklich verankert werden kann, braucht das Gehirn genügend Wiederholung. Erst mit genügender Wiederholung kann Wissen ohne Mühe abgerufen werden, es steht quasi automatisch zur Verfügung. Das klassische Beispiel, das wir alle kennen, ist Autofahren: erst muss jede Bewegung bewusst geplant werden. Mit der Übung passiert Autofahren quasi von alleine – oder so haben wir den Eindruck.

 

Wissen wird umso leichter vom Gehirn aufgenommen, je mehr Kanäle gleichzeitig bei der Aufnahme genutzt werden.

 

Diese Kanäle sind die Sinnesorgane, das heißt, eine Information kann gehört, gesehen, gefühlt, gerochen oder geschmeckt werden. Wird der Lernstoff also beispielsweise nur stumm gelesen, erfolgt die Aufnahme nur über die Augen und nur die linke Gehirnhälfte ist gefordert. Würde der Lernstoff jedoch laut gelesen werden, wären schon zwei Kanäle an der Aufnahme beteiligt und denkt sich der Schüler zudem noch eigene Bilder aus oder stellt eine Verknüpfungen her, beteiligt sich auch die rechte Gehirnhälfte und das Lernen fällt wesentlich leichter.

 

 

Lernen im Stress

 

„Das Gehirn kann nicht anders als lernen. Das macht ihm die allergrößte Freude. Außer man versetzt es ins Koma, macht ihm Angst oder setzt es unter zu starken Druck." (M. Spitzer)

 

So hat die Art, wie wir mit unseren Kindern umgehen, einen grossen Einfluss darauf, wie sich das Gehirn entwickelt und wie die Botenstoffe und Systeme aktiviert werden.

 

Furcht, Angst, Bedrohung, Stress oder übermässiger Druck lassen im Gehirn die Alarmglocken schrillen.  Die Alarmsysteme des Gehirns lösen die Ausschüttung von Stresshormonen aus. So wird der Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet.  Die höheren Gehirnfunktionen setzen aus.  Kinder können diese Alarmsysteme noch nicht logisch unterdrücken, da ihr Gehirn noch nicht ausgereift ist. Ausserdem fehlt ihnen oft die Erfahrung, um Situationen adäquat einschätzen zu können.  A.F. Zimpel schreibt so zum Beispiel: „Befinden sich Vorschulkinder unter Dauerstress, stört dies das Hirnwachstum. Ihre Hirngrösse kann dadurch bis zu 20 Prozent geringer ausfallen.“ (Zimpel, S. 36)

 

Im Flucht- oder Kampfmodus, ausgelöst durch Druck, starke Emotionen oder Stress, ist es dem Gehirn unmöglich, die höheren Funktionen zu aktivieren. Das Gehirn ist in diesen Situationen unfähig zu lernen.

 

Erwachsene und Eltern können ihre Kinder in der emotionalen Regulation so unterstützen, dass sie Stressregulatoren entwickeln. Zeigen sie  Verständnis für ihre Nöte, werden sie getröstet und unterstützt, bildet das Gehirn Stressregulationssysteme aus, die sie befähigen, besser zu lernen. Durch den Erziehungsstil können Eltern dafür sorgen, dass sich diese Regulationssysteme fest in den Gehirnen der Kinder verankern. So legt die Feinfühligkeit der Eltern im Umgang mit ihren Kindern die Basis für Widerstandsfähigkeit und Intelligenz.

 

 

 

Spezifisch für Kinder mit Trisomie 21 kommt noch hinzu, dass Emotionen bei ihnen meist sehr intensiv sind. Dabei ist es unwichtig, ob es positive oder negative Gefühle sind. Die Gefühle, die mit einer Lernsituation verbunden werden, hinterlassen so tiefe Spuren. Aversion, Frust und Misserfolg können Lernen dauernd erschweren, während Interesse und Freude am Thema und der Lernmethode das Lernen beflügeln. (siehe Zimpel, S. 88)

 

 

 

 

 

 

 

Auch der Körper

 

 

 

Auch der Körper wird beeinflusst durch den Erziehungsstil der Eltern.. Die Stressregulation im Körper findet im autonomen Nervensystem statt.

 

Die Entwicklung eines ausgeglichenen autonomen Nervensystems wird durch einen gefühlsregulierenden Erziehungsstil unterstützt. Dies wiederum beeinflusst die körperliche Widerstandskraft gegen gesundheitliche Probleme. Wenn eine Bezugsperson, meist unbewusst, Stress erzeugt, gerät das ANS aus dem Gleichgewicht. Geschieht dies regelmässig, können sich mit der Zeit ernsthafte physische Probleme zeigen. Gehen die Eltern feinfühlig mit dem Kind um, wird das ANS reguliert und die Abwehrkräfte des Kindes werden gestärkt.

 

 

 

Die elterliche Erziehung kann so die chemischen Systeme im Gehirn des Kindes direkt beeinflussen. Feinfühligkeit und eine angemessene Anpassung an die Bedürfnisse des Kindes haben die Ausschüttung von Opioiden zur Folge. Es handelt sich hier um „Glückshormone“ (Oxytocin, Prolaktin).  Das Gehirn gewöhnt sich an einen konstanten, optimalen Spiegel dieser Hormone. Gefühlszustände können sich so zu Persönlichkeitsmerkmalen verfestigen. Dieser konstante Hormonspiegel ist die Basis für Widerstandskraft und die Basis, damit das Kind sich genügend sicher fühlt, um einen gesunden Spieltrieb, Fürsorge und Entdeckertrieb zu bilden.

 

 

 

Die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen mit Trisomie 21 auch Meister sind in Verhalten, die die Oxytocinausschüttung ankurbeln: Kuscheln, lächeln, Luftküsse zuwerfen, liebevolle Gesten, sich selbst und anderen Komplimente machen. Sie zeigen so quasi von selbst Strategien, die Entwicklung und Lernen fördern.

 

 

 

Der Spieltrieb, der Entdeckertrieb, der multisensorische Input, die Wiederholung – dies sind die nötigen Nährstoffe/Elemente, die das Gehirn benötigt, um gut lernen zu können.

 

 

 

 

 

Bindung

 

 

 

Die Feinfühligkeit der Eltern, das Bereitstellen einer zuverlässigen, von Vertrauen geprägten Beziehung liegt obigen Elementen zu Grunde. Wenn ein Kind spürt, dass es sich auf seine Eltern und seine nächsten Bezugspersonen bedingungslos verlassen kann, wird es sich liebenswert fühlen und, ausgehend von diesem sicheren Boden, es wagen, Neues anzupacken und zu lernen. Unsicher gebundene Kinder werden weniger motiviert und aktiv handeln und weniger an ihre Selbstwirksamkeit glauben. Eine sichere Bindung fördert so Anstrengungsbereitschaft und Lernfreude.

 

 

 

Gerade unter den Bedingungen einer Beeinträchtigung und dem oft holprigen Start ins Leben mit der darauffolgenden Belastung für die Mutter, die Familie und oft auch die Beziehung ist das Thema Bindung zentral im Thema Lernen und Trisomie 21.

 

 

 

Begeisterung

 

 

 

Können wir alles lernen? Nein, meint Prof. G. Hüther. Wir lernen nur das, was für uns wichtig ist. Nur, was für uns wesentlich ist, setzt im Gehirn das „Giesskannenprinzip“ im Gehirn und stösst die Ausschüttung von verschiedenen Botenstoffen aus.  Erst, wenn wir uns für ein Thema begeistern, öffnet sich die Giesskanne. Die bekanntesten dieser Botenstoffe heissen Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin, sowie Endorphine und Peptide. Werden sie ausgeschüttet, lösen sie in den neuronalen Netzwerken ein Feuerwerk an Signalen aus. So werden die Netzwerke ausgebaut und aktiviert und erleichtern genau das, was dem Lernenden am Herzen lag. Mit dem Gefühl der Begeisterung entstehen im Gehirn nicht nur mühselig angelegte Trampelpfade, sondern blitzschnelle, breite Autobahnen, die Wissen zuverlässig verankern.

 

 

 

In Bezug auf die Botenstoffe weisen Menschen mit Trisomie 21 wiederum eine Besonderheit auf: weniger Acetycholin im Hippocampus beeinflusst die Muskelspannung, die Emotion und das Lernen. Es scheint jedoch durchaus möglich, dass die dadurch entstehende Verlangsamung durch konstantes Üben, Wiederholung und Begeisterung ausgeglichen werden kann.

 

 

 

Dieser kurze Einblick in das Thema „Gehirn und Lernen“ zeigt, dass verschiedene Elemente gut ineinandergreifen müssen, damit Lernen gelingt.

 

 

 

Abschliessend scheint mir wichtig zu bedenken, dass über physische und psychische Faktoren hinaus der Erfolg im Lernen stark auch von der Erwartungshaltung des Lehrenden abhängt. Zweifel an der Lernfähigkeit des Schülers/der Schülerin begrenzen diese nachweislich, während eine offene und zustimmende Haltung die Leistung befördert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

 

-         Sunderland, M. : „Die neue Elternschule, Penguin Random House, 2017

 

-         Zimpel, A.F.: Trisomie 21, Vandenhoeck & Ruprecht, 2016

 

-         Spitzer, M. : Auszug aus „Lernen – die Entwicklung einer Selbstverständlichkeit“, Internet

 

-         Stamm., M.: „Bildung braucht Bindung“, Internet

 

-         Hüther, G., persönliche Notizen

 

-         Calvet, C., persönlicher Unterricht

 

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Sich finden in Klängen

Quelle: Hausapotheke 3/2017

In der Praxis gelesen und gehört:

...Musitherapie ist für Kinder und Erwachsene eine Möglichkeit, Spielraum zu schaffen und sich immer wieder im Moment neu zu entdecken. Lebenslust, Freude, Wut, Angst und Aerger können ungefährdet ausgedrückt und mit-geteilt werden. Durch die Produktion von Klängen kommt es zu einem sinnhaften Erleben von sich selbst: "ah, so klinge ich!". Einschränkungen treten in den Hintergrund, eigenes Können wird wahrnehm- und hörbar.

 

...auf dem Klangbett öffnen sich mir ganz neue Räume -

...das war so eine schöne Pause, jetzt konnte ich wirklich ausruhen-

...hast du gehört, wie ich gespielt habe? Das kann ich gut, nicht?

...machen wir das nächste Mal wieder Musik zusammen?

 

 

http://www.brigitte.de/gesund/natuerlich-heilen/musiktherapie--der-richtige-sound-gegen-schmerzen-10118930.html

 

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What do you do?

erstes Halbjahr 2017

Ein durchzogenes, aber auch reichhaltiges erstes Halbjahr 2017 in der Praxis: 2 grosse Events, ein Diplom, bereichernde Arbeitsstunden, dazwischen aber auch immer wieder das Gefüh von "oh...ist das viel...!"

Events

Meine erste Messe. Die erste Übung, die Arbeit mit besonderen Menschen und Musik in eine Beschreibung von 30 Sekunden zu verpacken. Ein schöner, anstrengender Tag. Überascht war ich von den vielen positiven Reaktionen. Es gibt viel mehr besondere Menschen, als man denkt!

Download
What are you doing?
"zusammenunterwegs" stellt sich vor.
TamaraPabst_ExpoPräsi.pptx
Microsoft Power Point Presentation 16.5 MB

Ein Projekt, das uns schon lange am Herzen lag: ein gemeinsamer Vortrag von Karin Reutemann, Handanalyse und von mir. 'Was zeigt die Hand auf' und 'Was bewirkt Musik?' zog einen Kreis interessierter ZuhörerInnen an, die im Anschluss an den Vortrag Interessantes über sich aus ihren Händen erfuhren und sich auf dem Klangbett entspannten.

 

Kurzer Auschnitt aus dem Vortrag: "wie wirkt Musik?"

https://youtu.be/S_9YVOL3GOU

Begegnungen

Es ist wichtig, auf sein Herz zu hören

Mit Klängen können wir unsere Gefühle ausdrücken. Hier machen wir eine Trommel dazu.

Lernen muss nicht immer im Schulzimmer stattfinden. Französisch "dans la vraie vie"

Malen, um den Alltag farbiger zu gestalten. Malatelier mit MigrantInnen - leider zu wenig häufig zustande gekommen.

Gucklöcher auf die Arbeit in der Praxis:

Ausdruck ermöglichen. Stärken sehen. Immer wieder überascht werden von dem Reichtum, der durchscheint.

Lernen

Eine inspirierende Umgebung (das Toni Areal), fachlich und menschlich unglaublich fundierter Unterricht und am Ende ein Diplom für eine Weiterbildung: "Musiktherapie und Autismus".

 

Was gibt es Schöneres als immer wieder Neues zu lernen?


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